Digitalisation Specialists and Practitioners


Was nicht im Portfolio steht

Jele Oppermann

Portrait Jele Oppermann Im Sommer 1965 wurde ich als drittes Kind und Nachzüglerin in eine Arbeiterfamilie hineingeboren. Am Ende der Grundschulzeit mussten der Dorfpfarrer und der Klassenlehrer bei meinen Eltern intervenieren, damit ich das Gymnasium besuchen durfte. Mitte der 1970er-Jahre war man im ländlichen Württemberg offensichtlich noch der Meinung, ein Mädchen brauche keine Bildung.
Glücklicherweise hat ein Sandkastenfreund dann nicht lockergelassen, bis ich die Aufnahmeprüfung für das evangelische Seminar Maulbronn/Blaubeuren machte und ein Stipendium für das "altsprachliche Gymnasium mit Heim" bekam. In den 5 Jahren bis zum Abitur (Englisch, Latein, Geschichte, Biologie) hat sich mein Horizont enorm erweitert, neben Altgriechisch lernte ich eine weitere Sprache: Hochdeutsch. Früh schon habe ich mich bei der Gesellschaft für bedrohte Völker, Amnesty International sowie Umweltschutzverbänden engagiert.
Die Jahre nach dem Abitur gaben mir Einblick in verschiedene Arbeitsbereiche (u.a. Krankenhaus, Buchhandel, homöopathische Abteilung einer Apotheke, Einzelhandel) und in das Studium der Philosophie und der neueren Geschichte. Meine Selbstorganisation konnte ich als berufstätige Mutter dreier Töchter ganz wesentlich verbessern. Als Kursleiterin in der sozial-medizinischen Erwachsenenbildung mit dem Schwerpunkt "junge Familie" habe ich nach einer zweijährigen Weiterbildung in München und, nach dem Umzug nach Niedersachsen, im Wendland gearbeitet.
Nach den Gesundheitsreformen der 1990er-Jahre musste ich mich umorientieren, weil die Prophylaxe-Leistungen der Krankenkassen stark eingeschränkt wurden. Ich habe mich für eine Ausbildung zur Informatikkauffrau entschieden und extern die Prüfung zur Ausbilderin (AEVO) abgelegt. So konnte ich in der neu gegründeten Firma APO-COACH GbR unter anderem Bildungsdienstleistungen in der IT-Ausbildung anbieten. Aber auch die Erstellung maßgeschneiderter Informationssysteme für unterschiedliche Bereiche (z.B. Jugendhilfe, Kulturverein, Naturschutz) gehörte zu meinen Aufgaben.
Die Weiterbildung zur Lernprozessbegleiterin für Personenzertifizierung (ISO 17024) im IT-Bereich war eingebettet in unsere inhaltliche Mitarbeit an den Spezialisten-Profilen der IT-Fortbildungsverordnung des Bundes. Arbeitsprozessorientiertes Lernen halte ich immer noch für ein niedrigschwelliges und effektives Setting. Und so haben viele Weiterbildungen, die ich bis heute wahrnehme, einen direkten Bezug zu IT oder der Entwicklungszusammenarbeit.
Natürlich bin ich auch mit dem Masterabschluss in Nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit nicht am Ende meiner Lernkarriere angekommen.

Mike Finsch

Portrait Mike Finsch Ich bin Jahrgang 1963 und lebe mit meiner Frau im niedersächsischen Wendland. Aufgewachsen bin ich als ältester Sohn eines Lehrerehepaares in einem 2000-Seelendorf am Rande des mitteldeutschen Chemiedreiecks. In der damaligen DDR absolvierte ich zunächst die 10-klassige polytechnische Oberschule und danach eine Berufsausbildung mit Abitur im Bereich Rinderzucht. Das Abitur legte ich an der ABF der Martin-Luther Universität Halle ab. Obwohl ursprünglich zum Auslandsstudium delegiert, wurde mir letztlich das Studium in der UdSSR verwehrt.
Nach dem Grundwehrdienst studierte ich bis zum Vordiplom Maschinenbau an der TU Magdeburg. Dazu inspiriert hat mich der Einsatz von Großgeräten im Bergbau, den ich bereits als Kind bewunderte, wenn ich meinen Großvater, der Steiger war, in der Lausitz besuchte.
Seit der Wende arbeitete ich als selbständiger Unternehmer im IT-Bereich (Netzwerkplanung, - installation und Beratung sowie Anwendung von Kommunikationstechnologien). Aufgrund dieser Neuorientierung weg vom Anlagenbau hin zur Informatik, wollte ich mich für den Bachelor-Studiengang Informatik an der Fernuniversität Hagen einschreiben. Mein vorgelegtes staatliches Abiturzeugnis wurde als Hochschulzugangsberechtigung jedoch nicht anerkannt!
Nebenberuflich erwarb ich zahlreiche Zertifikate (Lernprozessbegleiter für das IT-Weiterbildungssystem, Programmierer, Ausbildereignung nach AEVO etc.). Ein Fernstudium an der Wilhelm Büchner University of Applied Sciences Darmstadt schloss ich Ende 2005 als Diplom-Informatiker in der Studienrichtung „Informations- und Kommunikationsmanagement“ mit der Abschlussnote 1,8 ab.
Schon vor, während und nach dem Fernstudium arbeitete ich als freiberuflicher IT-Ausbilder in der Erwachsenenbildung für verschiedenen Bildungsträger in Norddeutschland. So führte ich eine der ersten Umschulungsklassen in den Neuen IT-Berufen im Berufsbild Informatikkauffrau/-mann (IHK) in Niedersachsen zur Prüfung vor der IHK Lüneburg. Später dann arbeitete ich als Lernprozessbegleiter und Coach im EU-Projekt „APO-IT Niedersachsen“ (Personenzertifizierung nach ISO 17024).
Zur Entwicklungszusammenarbeit kam ich erst mit Mitte Vierzig. Als Entwicklungshelfer (DED) betreute ich mehrere IT-Colleges im Norden Usbekistans, führte Lehrerweiterbildungen im IT-Bereich, auch an der staatlichen Informatik-Uni in Urgench, durch. Bis heute arbeite ich als internationaler Consultant für verschiedene Auftraggeber im englisch- und russischsprachigen Umfeld. Wissenstransfer war und ist mir in allen durchgeführten Projekten wichtig. Neue Aufgabenbereiche und Projektinhalte führen zu immer neuen Lernherausforderungen und genau das macht die Tätigkeit als Consultant so speziell und interessant.